Tag 10 Swakopmund und die Welwitschias

Nach einem stärkenden Frühstück machten wir noch ein Abschiedsfoto mit Marthinus, Betsie und Erika, dem guten Geist der Küche. Zunächst ging es zum Swakopmund Museum, wo wir unseren Rundgang heute fortsetzen wollten. Das größte Privatmuseum Namibias hat wirklich wunderbare Exponate und ist spannend vom ersten bis zum letzten Raum.

Ein anschließender Bummel über den Holzschnitzermarkt war zwar interessant, aber der befürchtete Kaufrausch wollte sich infolge fehlender Sympathien nicht einstellen. So schlenderten wir durch die Stadt, nutzten noch kurz das Internet usw., bevor wir uns entschlossen, doch erst mal die neue Unterkunft in Augenschein zu nehmen.

In der Pension d´Avignon begrüßten uns neben der gleichnamigen, sehr freundlichen Besitzerin noch zwei große weiße Hunde, worauf wir unser Gepäck in Zimmer 4 deponierten und uns gleich heimisch fühlten. Vor der Nachmittagstour stoppten wir noch am Supermarkt und erstanden für rund einen Euro ein halbes, mit Pommes und Ketchup gefülltes Brot sowie etwa zum gleichen Preis sechs kleine Pfannkuchen mit Sahne und weiteren Proviant.

In einem anderen Geschäft entschieden wir uns für vier Dosen duftende Cremes und einen kleinen Plüschlöwen, der uns von nun an auf unserer Reise begleiten und beschützen sollte.

Derart gerüstet machten wir uns also auf die geplante Wüstenrundfahrt, den etwa 100 km langen Welwitschia Trail, wobei man nicht nur zahlreiche Exemplare der außergewöhnlichen Welwitschia mirabilis zu sehen bekommt.

Dreizehn Baken (markierte Punkte) entlang der Strecke weisen auf Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt sowie auf bizarre Landschaftsformationen in der Namib hin. Bei Baken 12 schließlich findet man die 1500 Jahre alte Riesenwelwitschia. Auf dem Rückweg passierten wir eine Wüstenoase mit Palmen und Oliven, trafen unterwegs auf Elenantilopen, durchquerten eine beeindruckende Mondlandschaft und begegneten kurz vor Swakopmund „Martin Luther“ in Form eines 1897 im Sand stecken gebliebenen Dampfmobils, das man nun hinter Glas bewundern kann.

Als wir gegen 18 Uhr wieder in Swakopmund ankamen, beschlossen wir, bis zum Sonnenuntergang am Strand zu wandern, da wir ja schon wieder recht viel Zeit im Auto verbracht hatten. Neben der Jetty, dem alten Pier, fanden wir schöne Muscheln und Steine und der kalte Atlantik war nicht nur gut für ein Fußbad, sondern hatte auch einige schöne Wellen, die für einen nassen Hosenboden sorgten. Da sah man jemanden hüpfen!

Der grandiose Sonnenuntergang ließ Schreck und Kälte schnell vergessen, und die anschließende heiße Dusche im Haus machte alles wieder gut. Entgegen aller Prinzipien (wir essen auf Reisen jeden Tag woanders) steuerten wir auf direktem Wege wieder den Europa Hof an, denn die Speisekarte hielt noch kulinarische Raffinessen bereit, denen wir uns nicht entziehen konnten.

Heute fiel die Wahl auf die Kalahari-Platte mit Wild, Strauß, Hai und Salat, Kroketten, Rotkohl, Pilzsoße, Pfirsich und Preiselbeeren. Steffen bevorzugte Warzenschweinmedaillons, dazu Bier oder Guavensaft, danach Amarula-Eisbecher und Amarula-Kaffee. Wie gut, wenn man da nicht auf die schlanke Linie achten muss!