Tag 14 Der Versteinerte Wald und der leere Tank

Gegen 8 Uhr wurden wir von lautem Vogelgezwitscher geweckt, und da, wo über uns noch vor Stunden der Sternenhimmel über Namibia funkelte, sahen wir durch die Gaze, die unser Dach darstellte, nun einen großen Ast und die Unterseite unseres Freundes, des Vogels. In dem Moment dachten wir wohl beide das gleiche. Aber wir hatten Glück, der Vogel hatte sein Morgengeschäft schon an anderer Stelle erledigt. Wir blieben jedenfalls verschont.

Unerwartet erholt machten wir uns auf den Weg zur Morgentoilette in der Baumdusche. Da es im Camp nur die kleine Bar gab, war dann wieder Selfcatering angesagt. Die nette Mitarbeiterin von der Bar überließ uns in Ermangelung eines Kaffees zumindest Tassen und eine Thermoskanne mit kochendem Wasser für unseren mitgebrachten Löslichen. Alles andere hatten wir dabei und das Frühstück konnte starten.

Dann hieß es Abschied nehmen von Piet, der seine Tour heute fortsetzen wollte.

Um dem Klischee des deutschen Mannes gerecht zu werden, widmete sich Steffen an diesem Sonntagmorgen der Reinigung des Wagens für den bevorstehenden Ausflug. Ines räumte unterdessen, ganz Hausfrau, das Zelt auf.

Nach einem Fotoshooting durchs Camp machten wir uns auf den Weg zum Petrified Forest (Versteinerten Wald), einem Nationalmonument mit den fossilen Überresten eines 300 Mio. Jahre alten Nadelwaldes. Die versteinerten Stämme oder auch Teile davon liegen auf etwa 6000m² verstreut und sehen auf den ersten Blick wie Holz aus, die Jahresringe sind gut zu sehen. Erst wenn man sie berührt, spürt man deutlich die Wärme oder auch Kälte von Stein.

Dazwischen wächst eine Vielzahl interessanter Pflanzen. George, der plötzlich aus dem Nichts auftauchte, konnte uns viel darüber erzählen und freute sich über ein Trinkgeld und 2 Liter Mineralwasser aus unseren Vorräten.
Unterwegs nach Khorixas knabberten wir Oryx-Biltong und Steffen freute sich auf die Tankstelle, da in dieser abgelegenen Gegend endlich wieder der Tank gefüllt werden musste.

In Khorixas angekommen, mussten wir leider feststellen, dass es kein Benzin gab und an diesem Tag auch nicht mehr geben würde. Steffen rechnete schnell die Kilometer zum Camp und morgen wieder hierher zusammen und hatte plötzlich hühnereidicke Schweißperlen auf der Stirn, was diesmal nicht unbedingt von Namibias Sonne herrührte.

Ein kleiner Supermarkt, der überraschenderweise am Sonntag geöffnet hatte, bot leider auch fast ausschließlich leere Regale. Getränke fanden wir dennoch und beim Verlassen des Ladens sahen wir schon, dass man unser Auto vom Staub befreit hatte. Ein Handgeklapper für den guten Geist und etwas beunruhigt wegen dem leeren Tank aber dennoch guter Dinge, fuhren wir eine Runde durch Khorixas.

Und da ja manches eben nicht zu ändern ist, wollten wir dem Rest Camp einen Besuch abstatten, denn wie man weiß: Je zwölfer der Mittag, desto knurrer der Magen!
Das Restaurant war momentan genau nach unserem Geschmack, menschenleer, schattig, luftig und … geöffnet! Das Essen schmeckte sehr lecker. Es gab Oryxsteak mit Pommes und süßen Möhrchen für Steffen (60 N$) und Hühnchenleber Piri Piri für Ines (26 N$). Danach eine Kanne Kaffee und Eis mit Amarula-Likör. Hmm!

Und weil heute ein fauler Tag und für jegliche Extratouren kein Sprit im Tank war, nutzten wir den schönen Platz am Pool gleich noch zum Schreiben diverser Karten und quatschten unsere Telefonkarte leer. Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Aba Huab Camp und bedauerten heute zum einzigen Mal, keinen Pool im Camp zu haben.

Unterwegs sind wir noch hier und da ein Stück gewandert, haben allerlei fotografiert und die einsame Natur und Stille genossen.
Im Camp war die Baumdusche erster Anlaufpunkt, bevor wir unser Dinner heute mal wegen des aufkommenden Windes (der Sand knirscht so auf dem Toast) im Zelt einnahmen.

Als wir im ausgetrockneten Rivier des Aba Huab nach Feuerholz suchten und uns plötzlich direkt hinter dem Zelt inmitten riesiger Elefantentapsen und nicht weniger riesiger Haufen wieder fanden, wussten wir, dass Belinda neulich nicht gescherzt hatte. Aber gut, wir mögen Elefanten und wir hofften, die Tiere wussten das, wenn es darauf ankam.

In kurzer Zeit hatten wir auch genügend Holz beisammen und in der Feuerstelle loderten die Flammen. Wein, Bier und Chips machten den Feierabend perfekt und auch das geheimnisvolle Tier, das zuweilen aus seinem Astloch über uns kam und den dicken Baumstamm rauf und runter rannte, fand es wohl recht gemütlich bei uns. Weitere Nachbarn hatten wir heute nicht, zumindest haben wir keine gesehen!