Tag 17 Der Etoscha Nationalpark quer durch

Das Frühstück war nicht weniger reichlich und schmackhaft als am Tag zuvor. Leider mussten wir heute schon wieder auschecken. Allerdings nicht ohne vorher im kleinen Laden des Camps einige nette Dinge zu kaufen, wie zum Beispiel einen geschnitzten Buschmann, eine Holzschale, eine Hipposchale aus Stein und einen kleinen Gecko aus bunten Perlen.

Die Ankunft im Park verlief genauso wie gestern, also Formular ausfüllen, 170N$ zahlen und los geht’s. Am Ombika Wasserloch erfüllte sich unsere Hoffnung auf Löwen, heute waren es sogar drei, nämlich zwei Männchen und ein Weibchen. Dazu Springböcke, Perlhühner, Zebras usw.

Weit weniger Andrang herrschte heute an der Wasserstelle beim Okaukuejo Camp. Auf der Strecke zum Halali Camp war schon von Weitem etwas auf der Piste zu sehen, das sich beim Näherkommen als Löwe erwies. Der junge Bursche döste in der Sonne und ließ sich nicht stören. Unterhalb der Piste lag eine Löwin, etwas gelangweilt, aber sehr fotogen. Dies wiederum veranlasste Steffen begeistert zu rufen, mach doch mal die staubige Scheibe runter, aber auf Deiner Seite. Ja klar, man weiß ja nie …
Homob hatte leider kein Wasser, bei Sueda war auch nichts los. Es folgten Salvadora und Rietfontein, wo Kuhreiher und die eher seltenen Kuhantilopen zu sehen waren. Dann kreuzten noch einige recht große Zebraherden, Springböcke und weitere Tiere unseren Weg.

Später trafen wir auf zwei Ranger, die an einer Peilstation beschäftigt waren. Am Vormittag hatten wir zufällig eine Antilope mit einem Sender gesehen. Die Ranger freuten sich über den Hinweis. Irgendwann erreichten wir dann das Halali Camp, dankbar für WC und Kaffee sowie den schönen Laden, der unter anderem sehr hübsche Leuchter, Brieföffner, Instrumente und Karten für uns bereit hielt.

Am Wasserloch Moringa futterten wir Hörnchen auf der Aussichtsterrasse und warteten auf durstige Tiere. Außer einer Kuhantilope von Weitem ließ sich aber leider niemand blicken. So zogen wir weiter, trafen auf Impalas, aber dann kam leider eine einsame trockene Wasserstelle Helio. Weiter ging es über Goas und Noniams, Springbokfontein und Batia, wo es inzwischen stark geregnet hatte und wir beinahe im Schlamm stecken blieben.

Hier im östlichen Teil des Parks gab es einen Wolkenbruch, den wir zum Glück um einige Stunden verpasst hatten. Aus der Ferne hatten wir im Osten die riesigen Regenwolken gesehen. Man konnte gut erkennen, wie sie sich abregneten. Allerdings waren auf der Pad nun so große Pfützen, dass sie stellenweise komplett unter Wasser stand, so dass wir zwangsläufig durchfahren mussten, ohne die Tiefe zu ahnen.

Noch dazu verkrümeln sich die Tiere bei Regen, und die Elefanten zum Beispiel ziehen dann in den Norden, der für Touristen tabu ist. Unsere Stimmung war getrübt, als ein riesiger schwarzer Tausendfüßler unseren Weg kreuzte, als wollte er uns sagen, nur nicht den Mut verlieren. Im Namutoni Camp machten wir noch eine kurze Rast, einschließlich Tanken und fuhren dann den Dikdik Drive entlang, wo wir uns fast die Augen rausguckten und doch kein Tier sahen.

Am Wasserloch Klein Namutoni warteten dann doch noch zwei wunderschöne Löwen auf uns. Nach einer großen Fotosession machten wir uns eilig auf zum Von Lindequist Tor, wo wir 19.10 Uhr wieder als Letzte den Park verließen. Vorher versperrte uns noch eine gigantische Giraffe den Weg, die wir nur ungern beim Abendessen störten, aber irgendwann mussten wir dann doch vorbei.

Nach 25 km erreichten wir dann unsere neue Unterkunft, die Sachsenheim Gästefarm. Vom äußeren Farmtor waren es noch mal 1,5 km bis zum inneren Tor. Hier war nach dem letzten Regen der Boden übersät mit kleinen Fröschen, zwischen denen wir uns vorsichtig einen Weg bahnten. Noch dazu hatten sich die Termiten den Tag für ihren letzten Flug ausgewählt und schwirrten massenweise herum. Nicki von der Farm hieß uns herzlich willkommen und erklärte uns, dass wir gerade rechtzeitig zum Dinner kamen. Toll, denn wir hatten nichts vorbestellt, da wir bei den unbekannten Straßen nie so genau wussten, wann wir wo ankamen.

Nach dem langen Tag und dem leeren Magen kam uns ein Essen gerade recht. Das Menü war dann auch absolut köstlich. Diverse Salate, Reis, Bobotie, Bohnen, Soße, Süßkartoffeln, Oryx Stroganoff, Kuduschnitzel, Kraut, Bienenstich mit Vanillesoße und, wie sollte es anders sein, Wein und Bier zum Essen und ein Kaffee als Abschluß.
Nicki führte uns anschließend zu unserem Häuschen, das wir auf der Farm bewohnten. Sie hatte vorsorglich schon das Licht auf der Terrasse eingeschaltet. Eine nette Geste, wie aber leider auch die Termiten fanden, die in Massen die Eingangstür belagerten.

Wir konnten unmöglich rein, ohne gleich ein Wohnheim für die Tierchen zu eröffnen. Aber Steffen hatte die rettende Idee. Licht aus, die große Taschenlampe auf die Wiese, kurz warten und der Weg war frei. Nicki schubste noch schnell den giftigen Frosch von der Türschwelle (den Ines sonst wahrscheinlich gestreichelt hätte) und wir bezogen unser schönes neues Heim. Das Häuschen war geräumig und sehr gemütlich eingerichtet. Mit einem kleinen Schlummertrunk beendeten wir den Tag.