Tag 19 Der Otjikoto-See und Tsumeb
Nach dem Frühstück blieb noch genügend Zeit für ein paar Fotos und ein nettes Gespräch mit der sympathischen Maria Sachse. Der Lake Otjikoto (Otjikoto-See) sollte unser erster Besichtigungspunkt des Tages sein. Man parkt direkt vorm Eingangstor und zahlt dann einen kleinen Eintrittspreis, denn der See befindet sich auf einer privaten Farm. Es gibt einen kleinen Laden und auch Getränke werden angeboten. Neben dem See gibt es einen hübschen Garten mit Kakteen und anderem Grün, Vogelgehegen und Bänken zum Verweilen.
Der See selbst ist 55 m tief und hat einen Durchmesser von etwa 100 m. Er entstand durch den Einsturz einer Karsthöhle. Das Wasser ist glasklar. Vor mehr als 100 Jahren wurde hier eine Pumpstation gebaut, um Wasser aus dem See in die Erzminen zu befördern. Das geschah mittels Dampfmaschine, die man heute noch sehen kann. Den deutschen Schutztruppen diente der See einst als Versteck für ihre Waffen, die sie im Zuge der Kapitulation kurzerhand darin versenkten. Heute liegt ein Teil davon noch als Unterwassermuseum auf dem Grund. Andere Stücke sind im Museum von Tsumeb ausgestellt. Man muss also nicht zwangsläufig tauchen, um etwas von den Sachen zu sehen.
In Tsumeb angekommen, bezahlten wir zunächst einmal unsere letzte Rechnung per Bankeinzahlung, da Kartenzahlung auf der Farm heute mal wieder nicht möglich war. Kein Problem, so ist das eben. Im Etosha-Café fanden wir ein herrliches Plätzchen im grünen Garten. Wir ließen uns Beef Stroganow mit Spätzle und Möhrchen schmecken, dazu gab es Appletizer bzw. Grapetizer.
Gleich daneben ist das Arts & Crafts Center, wo Kunsthandwerker sehr schöne Dinge herstellen und in mehreren Lädchen verkaufen. Hier haben wir ein tolles Mobilé, Perlentiere und andere Kleinigkeiten erstanden. Ein kleiner Spaziergang durch den Ort führte uns schließlich zur bedeutendsten Sehenswürdigkeit von Tsumeb, dem 1975 von Ilse Schatz gegründeten Tsumeb Museum. Die Deutsch-Namibierin lebte auf einer Farm, wo sie in Kontakt mit San kam. Als Außenstehender hat man kaum Gelegenheit, Einblick in deren Traditionen und Lebensweisen zu kommen. Ilse Schatz bekam nach Jahren die Möglichkeit, sich mit dem Leben der San vertraut zu machen. In ihrem Buch „Unter Buschleuten“ hat sie eindrucksvoll ihre Erlebnisse geschildert.
Das Museum beschäftigt sich mit Geologie, Kolonialgeschichte und der Kultur der San sowie der anderen Völker des Landes. Alles ist sehr interessant und anschaulich dargestellt. Einen Besuch hier sollte man nicht versäumen. Die Fülle der Eindrücke und Informationen des Tages wollten wir bei einer Tasse Kaffee verarbeiten und landeten in der Bäckerei Steinbach. Bei Eiskaffee und frisch gebackenem Schokokuchen kamen wir ins Gespräch mit der freundlichen Tessie und dem Bäckermeister persönlich. Auch der Bäckerhund und Kater Sir Sebastian Steinbach (ein ganz cooler Typ der Rasse British Kurzhaar) freuten sich, unsere Bekanntschaft zu machen.
Als es dann an der Zeit war, den Weg fortzusetzen, erleichterten wir den Supermarkt noch um Wein, Würstchen und Nüsse usw. für die Provianttasche. Nebenbei musste Ines, die verkappte Elster, noch ein paar Ohrringe und zwei Ketten haben.
Otjiwarongo erreichten wir gegen Abend, mittlerweile mit einem völlig verdreckten Fahrzeug, bei dem wirklich nur noch die Scheiben und die Scheinwerfer aus der Kruste schauten. Peinlich, aber Waschanlagen sind rar, „Wildwaschen“ verboten und im Übrigen kannte uns ja hier wenigstens keiner. In tiefer Dunkelheit erreichten wir gegen 21 Uhr Weavers Rock, die Gästefarm, bei der wir für heute vorreserviert hatten. Sabine und Mark hießen uns freundlich willkommen, wie auch drei Häschen und eine Oryx-Antilope, die uns auf der Farm begegneten.
In der sehr schönen Lapa gönnten wir uns eine Pause an der Bar, wo wir mit Bier bzw. Wein den Staub aus den Kehlen spülten und uns sehr nett mit Mark unterhielten. Dann bezogen wir unser Haus auf dem Berg und freuten uns gleich, dass wir mit der Wahl der Unterkunft schon wieder einen Volltreffer gelandet hatten. Das Haus war einfach schön, hübsche Einrichtung, riesiges Moskitonetz, sogar die Klorolle war nett dekoriert. Auf der Terrasse konnte man sehr romantisch unterm Sternenhimmel sitzen und essen und trinken.
Leider ging unsere Rundreise nun auf das Ende zu, und wir überlegten, ob wir nicht einfach das Flugzeug verpassen sollten …