Tag 7 Schloss Duwisib u. Wüstenregen

In aller Herrgottsfrühe zog der Geruch von Feuer durch die kleine Ritze am Fenster, was Ines veranlasste, unter ihrem Moskitonetz die Augen aufzureißen und (wie sie das bei Gefahr im Verzuge immer zu tun pflegt) zu rufen: Stäffääään, ich glaub, die Steppe brennt!!! Der antwortete nur, ach, das glaub ich nicht, und schnarchte gelassen weiter.

Was soll man machen, wenn man zu erschöpft zum Aufstehen und nicht mutig genug zum Selbergucken ist? Irgendwann zog sich Ines resigniert die Decke über die Nase und schlief auch wieder ein. Wie sich später rausstellte, kam der Qualm von einem kleinen Ofen hinter dem Häuschen, den Farmarbeiter frühmorgens mit Holzfeuer geheizt hatten, um uns eine heiße Dusche zu ermöglichen. Die tat an dem kühlen Morgen auch wirklich gut. Da der Strom für den Fön nicht reichte, hieß es dann Haaretrocknen im Sonnenschein beim Frühstücken.

Schloss Duwisib
scheint so gar nicht in die Landschaft zu passen. Eine Ritterburg in der afrikanischen Savanne? Ein Offizier der deutschen Schutztruppe baute diesen Palast einst für seine amerikanische Frau. Die meisten der 22 Zimmer sind schön eingerichtet und können in aller Ruhe besichtigt werden.
Zurück auf der Pad, wie die Schotterpiste in Namibia genannt wird, hielten wir in Betta noch mal zum Tanken und sahen im weiteren Verlauf erst mal endlose Prärie und Rinder, Oryxe und Straußen. In Sesriem angekommen hatten wir Gelegenheit ins Internet zu gehen, aßen eine Kleinigkeit und füllten den Tank wieder auf. Die Unterkünfte, die wir hier fanden, waren sehr teuer. Auch in Solitaire war alles bezahlbare bereits ausgebucht.

Dazu kam noch, dass ein gewaltiger Sandsturm über der unsere Tagesplanung total zunichte machte. Den Sesriem Canyon, und auch die Dünen des Sossusvlei konnten wir vergessen. Plan B mußte her. Der hieß dann, Fahrt Richtung Norden, Dünen vertagt und Übernachtung auf der Weltevrede Gästefarm.

Unser Gästehaus war sehr groß, mit vier Betten zur Auswahl und sehr geschmackvoll eingerichtet. Vis-a-vis gab es eine sehr schöne Lapa mit Bar. Die preiswerten Getränke konnte man sich nehmen und aufschreiben, was man hatte. Auf der anderen Seite gab es Tee und Kaffee inklusive, wann und soviel man wollte. Sogar Kuchen konnte man haben. Mit der Übernachtung bucht man Abendessen und Frühstück.

Der kühle Wind einschließlich Sandsturm hielt Steffen nicht davon ab, in den kleinen, aber feinen Pool zu springen. Gegen 19 Uhr fing es dann an zu regnen. Welche Freude in der Wüste! Wir freuten uns mit und hatten die schützende Lapa mit wenigen Schritten erreicht. Uns und den anderen Gästen wurde nun Thunfischsalat serviert, am Buffet gab es Salat mit Tomate und Gurke, Gemüse aus grünen Bohnen und Kartoffeln, Kartoffelauflauf mit Käse, Süßkartoffeln, saftige Springbocksteaks mit Zwiebeln, Pudding aus Möhren und Ananas, Kuchen und natürlich Brot, Butter, Kaffee, Tee usw.

Von der Bar bestellten wir uns noch Bier und Guavensaft. Draußen wurde es mittlerweile richtig kalt. Ohne Jacke hätten wir es nicht ausgehalten und der heiße Kaffee tat richtig gut. Aus dem Nieselregen wurde ein richtiger Platzregen und der Wind hörte auch noch nicht auf, als wir 22 Uhr heiß geduscht in die Betten krochen.